Medizinische Versorgunghospital-first-aid

Als aus der Ukraine geflüchtete Person haben Sie in der Schweiz ein Recht auf medizinische Grundversorgung sowie auf eine Krankenversicherung.

Ich habe ein medizinisches Problem. Wie gehe ich vor?

Massgebend sind für Sie die Anweisungen der jeweils betreuenden Behörde in Ihrem zuständigen Kanton. Dort wird Ihnen erklärt, an wen Sie sich bei Krankheit, Unfall, psychischen Problemen oder Schwangerschaft wenden sollten. Sind Sie in einem Bundesasylzentrum untergebracht, können Sie direkt dort fragen.

An wen wende ich mich bei medizinischen Fragen?

Telefonische Beratung

Bei medizinischen Fragen erhalten Sie hier unabhängig von Ihrem Wohnort Auskunft in russischer, englischer und deutscher Sprache:

Medgate-Infoline

Adresse

Medgate-Infoline

Die Hotline ist täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr besetzt. Montag bis Freitag von 8.00 bis 17.00 Uhr wird eine kostenlose Beratung auf Deutsch, Englisch oder Russisch angeboten.

Schwangerschaft

Ich bin schwanger. Wo kann ich untersucht werden?

Das Sozialamt Ihrer Wohngemeinde lässt Sie wissen, welche Gynäkologin Sie aufsuchen können.

Zahnbehandlung

Wer bezahlt meine dringend notwendige Zahnbehandlung?

Wenn Sie den Schutzstatus S beantragt haben und einem Kanton zugewiesen wurden, so können Sie die anfallende Rechnung direkt an die zuständige Behörde der Gemeinde bzw. der Krankenversicherung weiterleiten.

Haben Sie den Schutzstatus S bereits beantragt, wurden aber noch keinem Kanton zugewiesen, so übernimmt das Staatssekretariat für Migration SEM die Kosten Ihrer Zahnbehandlung, sofern es sich um einen Notfall handelt.

Um einen Notfall handelt es sich dann, wenn:

  • Sie eine Schwellung im Gesicht haben

  • Sie einen starken, stechenden Schmerz verspüren

  • Sie einen Zahnabszess haben

  • Ihr Kiefer blockiert ist

  • ein Zahn abgebrochen ist

  • Ihr Zahnfleisch blutet

  • eine Füllung, eine Krone oder ein Stift herausgefallen ist

  • eine kieferorthopädische Apparatur abgebrochen ist

  • sich Ihr Zahnhaltedraht abgelöst hat

Psychische Gesundheit

Das Sozialamt Ihrer Wohngemeinde lässt Sie wissen, welche/n Psychiaterin / Psychiater oder Psychotherapeutin / Psychotherapeuten Sie aufsuchen können.

Krankenversicherung

Ja, wenn Sie ein Gesuch um S-Status eingereicht haben (in einem BAZ oder via RegisterMe), werden Sie, sofern Sie sozialhilfeabhängig sind, nach der Kantonszuweisung vom Kanton rückwirkend auf den Zeitpunkt der Gesuchstellung für die obligatorische Krankenversicherung angemeldet.

Personen, die nicht sozialhilfeabhängig sind, müssen sich selbständig innert 3 Monate nach der Gesuchstellung bei einer Krankenkasse – rückwirkend auf den Zeitpunkt der Gesuchstellung – versichern. Diese Personen bezahlen die Prämien und Kostenbeteiligungen selber.

Auch wenn Sie den Schutzstatus S noch nicht beantragt haben, können Sie in Notfällen medizinische Hilfe anfordern. Als Notfall gilt in der Schweiz, wenn Sie lebensbedrohlich krank oder verletzt sind oder nicht mehr selbstständig einen Arzt aufsuchen können.

Ob die Prämie für die Krankenkasse direkt von Ihrer Gemeinde oder Ihrem Kanton bezahlt wird oder ob Sie diese selbst bezahlen und dafür je nach Bedürftigkeit Sozialhilfe beziehen können, ist in den verschiedenen Kantonen unterschiedlich geregelt. Sie können sich diesbezüglich bei Ihrer zuständigen Gemeinde, beim Sozialamt oder in Ihrer Kollektivunterkunft erkundigen.

Versicherung und Kostenübernahme mit Schutzstatus S

Als aus der Ukraine geflüchtete Person haben Sie in der Schweiz ein Recht auf medizinische Grundversorgung. Sie haben Anspruch auf medizinische Versorgung, sobald Sie den Schutzstatus S beantragt haben.

Nachdem Sie sich für den Schutzstatus S registriert haben, sind Sie rückwirkend zum Datum ihrer Einreise obligatorisch krankenversichert und können einen Arzt aufsuchen, wenn Sie das Gefühl haben, dass dies nötig ist.

Wenn Sie den Schutzstatus S beantragt haben, aber derzeit nicht arbeiten, sind Sie dennoch gegen Unfälle versichert. Sobald Sie zu arbeiten beginnen, ist Ihr Arbeitgeber für die Unfallversicherung zuständig. Dies wird in der Schweiz grundsätzlich und automatisch so gehandhabt.

Die Franchise der Krankenversicherung beträgt in der Regel CHF 2500.–, der Selbstbehalt 10 %.

Achtung

Zu welcher Ärztin / welchem Arzt Sie gehen können und welche Behandlungen von Ihrer Krankenkasse übernommen werden, ist kantonal unterschiedlich geregelt. Am besten wenden Sie sich an das Sozialamt in Ihrem Wohnort.