Wohnungssucheapartment

Die meisten Menschen in der Schweiz leben in Mietwohnungen. Erfahren Sie die wichtigsten Schritte zur eigenen Mietwohnung.

Erste Abklärungen für den Bezug einer Mietwohnung

Sie möchten in eine eigene Mietwohnung ziehen. Nachfolgend die wichtigsten Aspekte vor dem Start der Wohnungssuche:

Abklärungen zu gesetzlichen Richtlinien

Die meisten Personen in der Schweiz leben in Mietwohnungen. Der Wohnungsmarkt und die Preise sind regional unterschiedlich. Kantonale Unterschiede gibt es auch bei den Möglichkeiten, mit Status S eine Wohnung zu mieten. Dies gilt besonders dann, wenn Sie Sozialhilfe beziehen. Erkundigen Sie sich beim zuständigen Sozialdienst. Zu beachten sind beispielsweise maximale Mietkosten oder Einschränkungen bezüglich des Wohnorts.

Kosten für eine Mietwohnung

Wenn Sie eine Wohnung mieten, kommen diverse Kosten auf Sie zu. Die Sozialhilfe bezahlt einen Teil oder manchmal die ganze Miete. Je nach Kanton werden die Mietkosten direkt bezahlt oder aber Sie erhalten das Geld für die Überweisung. 

Vermieter möchten sich finanziell absichern, falls die Miete nicht bezahlt wird oder Schäden beim Auszug festgestellt werden. Vor Einzug müssen Sie deshalb eine Kaution auf ein Sperrkonto einbezahlen. Sie beträgt ein bis maximal drei Monatsmieten. Die Summe erhalten Sie bei Beendigung des Mietverhältnisses wieder zurück, sofern keine Mängel beim Auszug vorhanden sind.  

Wichtig: Bezahlen Sie die Kaution nicht auf ein Privatkonto des Vermieters oder der Vermieterin und auch nicht in bar.

Die Wohnungsmiete setzt sich aus Miete und Nebenkosten zusammen. Beides zusammen wird als «Miete brutto» angegeben. Wenn bei der Miete «netto» steht, kommen die Nebenkosten noch dazu. Nebenkosten setzen sich aus den Kosten für die Heizung, den Hauswart, Allgemeinstrom etc. zusammen. Die Vermieterin oder der Vermieter muss angeben, wie viel dies ungefähr zusätzlich sein wird. Die Miete wird normalerweise einmal im Monat im Voraus bezahlt. Wenn Sie zum Beispiel am 1. September einziehen, sollten Sie die erste Miete spätestens am 31. August überweisen. 

Der persönliche Wasser- und Stromverbrauch wird separat von den Dienstleistern in Rechnung gestellt. Die Kosten bezahlen Sie auf Rechnung (pro Quartal, Halbjahr oder Jahr) direkt an die jeweiligen Anbieter. Das gleiche gilt für die obligatorische Abgabefür Radio und Fernsehen(serafe), die jährlich CHF 335.00 pro Privathaushalt beträgt.  

Für eine Mietwohnung ist eine Hausratsversicherung sinnvoll (zum Teil sogar obligatorisch). Sie deckt Wasserschaden, Feuer, Vandalismus oder Einbruch ab.

Weitere Kosten sind Abonnement-Gebühren für Internet oder Fernsehen, die Sie selber bei einem Anbieter abschliessen. Überlegen Sie sich gut, ob Sie ein Abonnement brauchen und welches passend ist. 

FAQ – Umzug in die Mietwohnung

Besprechen Sie mit Ihrem Sozialdienst folgende Punkte:  

  • Einschränkungen bezüglich des Wohnorts   

  • Obergrenze der Mietkosten. Stellen Sie sicher, dass die Miete teilweise oder ganz vom Sozialdienst bezahlt wird.  

In der Regel sind Sie verpflichtet, im Kanton zu bleiben, dem Sie zugeteilt wurden. Wenn Sie Sozialhilfe beziehen, kann es sein, dass Sie in der gleichen Gemeinde bleiben müssen. Weitere Informationen unter “UNTERKUNFT" 

Aus guten Gründen kann ein Kantonswechsel möglich sein. Zum Beispiel wenn Sie in einem anderen Kanton nahe Familienangehörige (Eltern, Kinder, Geschwister) haben, zu denen Sie ziehen können. Ein Wechsel kann auch bewilligt werden, um an einem weit entfernten Ort arbeiten zu gehen. 

Wenn Sie von der Sozialhilfe abhängig sind, informieren Sie sich über die finanziellen Möglichkeiten. Die Obergrenze der Miete unterscheidet sich von Gemeinde zu Gemeinde.  

Bei finanziell unabhängigen Personen sollte die Miete nicht mehr 25-30% des Einkommens betragen. Wenn Sie unsicher sind, erstellen Sie ein Budget. Das heisst, schreiben Sie alle anderen Kosten auf, um zu schauen, wie viel Geld Sie für die Miete zur Verfügung haben. 

Wenn Sie das Geld für die Kaution nicht zur Verfügung haben, gibt es Versicherungslösungen. Sie bezahleneinem Anbieter Prämien pro Jahr. DieseArt von Mietkaution kostet Sie längerfristig mehr Geld, da Sie die Prämien nicht zurückerhalten. Der Vorteil ist, dass Ihr Geld nicht auf einem Konto blockiert ist. 

Kostenbeispiel bei SwissCaution: 

Beitrittsprämie: CHF 231.- (ab Beitrittsdatum bis zum 31. Dezember) 

Folgejahr: 5% der Mietkaution + CHF 20.- Verwaltungsgebühr + 5% Stempelabgabe. 

Junge Personen unter 26 Jahren erhalten 35% auf die Beitrittsprämie. 

Alle Haushalte in der Schweiz sind abgabepflichtig, wenn sie Empfangsmöglichkeiten haben. Wenn Sie kein Radio- oder Fernsehgerät besitzen, aber ein Smartphone, Tablet oder Computer, ist die Abgabe obligatorisch.

Gesuch für Kantonswechsel

Stellen Sie dafür ein schriftliches Gesuch ans SEM. Der Entscheid wird in Rücksprache mit den beiden betroffenen Kantonen gefällt. Wenn Sie das Gesuch innerhalb von 30 Tagen ab Datum des Entscheids über Ihren S-Status einreichen, wird das Gesuch gemäss den Kriterien der Kantonsverteilung behandelt. Danach wird ein Gesuch um Kantonswechsel nur in Sonderfällen bewilligt. 

Adresse: 

Staatssekretariat für Migration SEM
Taskforce Kantonswechsel Ukraine 
Quellenweg 6 
3003 Bern-Wabern 

Wohnungssuche

In der Schweiz sind Wohnungen an vielen Orten knapp. Es braucht oftmals viel Geduld, bis Sie eine Zusage erhalten.  

Achtung

Es gibt Betrüger, die Ihnen eine Wohnung versprechen, wenn Sie ihnen vorher Geld überweisen. Oft sagen sie, dass sie im Ausland sind und Ihnen die Wohnung deshalb nicht zeigen können. Machen Sie niemals eine Geld-Überweisung, bevor Sie die Wohnung gesehen und einen Vertrag unterschrieben haben.

Wie finde ich eine geeignete Wohnung?

Wenn Sie abgeklärt haben, wie viel Geld Sie zur Verfügung haben und an welchem Ort Sie suchen dürfen (siehe oben), können Sie mit der Suche beginnen.  

Die meisten Wohnungen werden über Immobilien-Portale und Immobilien-Apps vermittelt. Am meisten Wohnungen finden Sie beim Anbieter Comparis. Dort sind auch die Angebote von anderen Portalen zusammenfasst. Bei den Filtern können Sie den Ort, die maximale Höhe der Miete und die Anzahl Zimmer eingeben. 

Sie finden auch Wohnungsangebote in den Sozialen Medien, zum Beispiel bei Facebook. Prüfen Sie diese Angebote und besichtigen Sie die Wohnung, bevor Sie Geld überweisen.

Wohnungsbesichtigung und Bewerbung

Wenn Sie eine Wohnung sehen, die Ihnen gefällt und die im Kostenrahmen liegt, kontaktieren Sie die im Inserat angegebene Person. Nach Vereinbarung besichtigen Sie die Wohnung und stellen Ihre Fragen.

Wenn Sie an der Wohnung interessiert sind, bewerben Sie sich darauf. Meistens bekommen Sie bei der Besichtigung ein Bewerbungsformular. Wenn es keine Formulare gibt, erhalten Sie dieses auf Anfrage oder auf der Website der Vermietung.

Für die Bewerbung brauchen Sie folgende Unterlagen:

Im Formular geben Sie die Personalien aller Personen an, die in der Wohnung leben werden. Manchmal wird auch nach der Einkommenssituation gefragt. Wenn Sie von der Sozialhilfe unterstützt werden vermerken Sie, dass die Miete über den Sozialdienst gedeckt wird. Üblicherweise wird nach Referenzen gefragt. Geben Sie nach Rücksprache die Kontaktangaben von Bekannten in der Schweiz an, die Sie als Mieter oder Mieterin empfehlen.

In der Regel wird ein Betreibungsregisterauszug verlangt. Auf dem Auszug ist ersichtlich, ob in den letzten fünf Jahren gegen eine Person Betreibungen eingeleitet wurde. Da Sie neu in der Schweiz leben, gibt der Auszug keine aussagekräftigen Informationen. Wichtig ist in Ihrer Situation, dass Sie ein Schreiben des Sozialdienstes mitsenden können.

Damit sich die Vermieter absichern können, ist ein Schreiben vom Sozialdienst wichtig. Im Schreiben bestätigt das Amt die Höhe der möglichen Miete. Falls der Sozialdienst die Miete direkt überweist, ist es hilfreich, dies ebenfalls schriftlich zu vermerken. Weitere Referenzen von Freunden und Bekannten in der Schweiz sind hilfreich, um Ihre Zuverlässigkeit zu bestätigen und Sie als Mieter oder Mieterin zu empfehlen. 

Sie können Ihre Chance auf eine Zusage erhöhen, indem Sie sich mit einem persönlichen Brief vorstellen und auf die Wohnung bewerben.  

Meistens bewerben sich mehrere Personen auf eine Wohnung. Bewerben Sie sich so rasch wie möglich, wenn Sie an einer Wohnung interessiert sind.

FAQ – Wohnungssuche

Schauen Sie sich die Wohnung gut an (Licht, Umgebung usw.). Stellen Sie allfällige Fragen, zum Beispiel: Warum ziehen die aktuellen Mieter aus? Sind Haustiere oder Rauchen erlaubt? Wie sind die Waschmöglichkeiten? Vielleicht interessiert Sie auch, wie viele und welche Personen noch im Haus wohnen. Notieren Sie sich Fragen vor der Besichtigung.  

Nehmen Sie wenn möglich eine Person mit, welche die lokale Sprache spricht. Übersetzungsapps auf Ihrem Smartphone können die Kommunikation ebenfalls unterstützen.

Fragen Sie nach, ob der Sozialdienst Sie bei der Suche unterstützen kann. Wenn Sie keine Unterstützung erhalten, fragen Sie nach Kontakten zu Vereinen, die Ihnen bei der Wohnungssuche helfen können. 

Die Wohnungssuche ist schwierig. Je nach Ort dauert es sehr lange, bis eine Zusage kommen.  

Eine Alternative zur eigenen Wohnung ist die Wohngemeinschaft (WG). In der Schweiz leben vor allem junge Menschen oft in WGs. Aber auch ältere Menschen wählen immer häufiger diesen Weg. Mehrere Personen leben gemeinsam in einer Wohnung. Sie haben ein eigenes Zimmer, teilen sich aber Küche, WC und Bad. Man wohnt dann in einem «WG-Zimmer». 

Studierende finden an ihren Universitäten oft eigene Suchportale für WG-Zimmer oder Zimmer in Studierenden-Häusern. 

Leben in der Mietwohnung

Sie haben eine passende Wohnung gefunden. Vom Mietvertrag bis zum Einzug gibt es nachfolgende Dinge zu beachten und erledigen. 

Mietvertrag und Wohnungsübernahme

Wenn die Vermietung Sie als künftige Mietpartei auswählt, werden Sie meist telefonisch kontaktiert. Danach wird Ihnen der Mietvertrag in der Regel per Post zugestellt. Lesen Sie den Mietvertrag gut durch. Geben Sie ihn zur Überprüfung ebenfalls an eine andere Person oder dem Sozialdienst. Überprüfen Sie den Mietvertrag: Sind alle Angaben korrekt (Höhe der Miete, Vertragsdauer, Anzahl Zimmer und Keller/Estrich etc.)? Gibt es Unklarheiten bei Regelungen?

Wenn Sie den Vertrag unterschrieben haben, ist er rechtsgültig. Senden Sie die Exemplare zurück, damit die Vermieter-Partei auch unterzeichnet. Sie werden ein Exemplar mit der Unterschrift aller Parteien zurückerhalten.

Vor Einzug in die Wohnung muss die Kaution auf ein Sperrkonto einbezahlt werden. Die Kaution darf maximal drei Monatsmieten betragen. Wenn die Vermietung keinen Vorschlag gemacht hat, können Sie selbst eine Bank auswählen. Zahlen Sie das Geld weder in bar noch auf ein privates Konto des Vermieters ein.

Die Miete wird jeweils im Voraus bezahlt.

Wenn Sie die Wohnung übernehmen, ist es üblich, dass die Vermietung mit Ihnen ein Übergabeprotokoll macht. Sie schauen sich bei der Wohnungsübernahme alles genau an und notieren Beschädigungen und Mängel. Beide Parteien unterschreiben das Protokoll. Das Protokoll ist wichtig, damit Sie beim Auszug nicht für Schäden haften, die Sie nicht verursacht haben.

Zusammenleben und Nachbarschaft

Das Mietrecht regelt die Wohnungsmiete gesetzlich. Es gibt aber noch andere Regeln für das Zusammenleben in einem Haus. 

In vielen Mehrfamilienhäusern gibt es eine Hausordnung, in der wichtige Regeln festgehalten sind. Tipps für den Alltag finden Sie in der Broschüre.  

Kündigung des Mietverhältnisses

Wenn Sie aus der Wohnung wieder ausziehen möchten, ist es wichtig,die Kündigungsfrist zu beachten. Die Kündigungsfrist steht im Mietvertrag. Meistens beträgt diese drei Monate auf Ende eines Monats. Damit Sie termingerecht kündigen, muss die schriftliche Kündigung beispielsweise also drei Monate vorher und vor Ende des Monats eingeschrieben bei der Vermietung eintreffen. 

Es gibt Einschränkungen: Kündigungen auf Ende Jahr sind oft nicht erlaubt. Zudem gilt oft eine Mindestmietdauer von einem Jahr. Wenn Sie früher oder ausserterminlich ausziehen wollen, können Sie der Vermietung Nachmieter vorschlagen. Diese Personen übernehmen Ihre Wohnung nach Vereinbarung, so können Sie vermeiden, länger als nötig Miete zu zahlen.

FAQ – Leben in der Mietwohnung

Überprüfen Sie beispielsweise, ob alle Fensterläden einwandfrei sind, die Herdplatten funktionieren. Weisen Sie auf Beschädigungen hin, z.B. Kratzer in der Herdplatte, Flecken an den Wänden etc. Auch vorhandene Gegenstände, z.B. Anzahl Schlüssel, sollten erfasst sein.  

Nach Einzug haben Sie zehn Tage Zeit, um Mängel nach zu melden. Falls Sie Ergänzungen haben, senden Sie die angepasste Mängelliste in einem eingeschriebenen Brief an die Vermietung. Behalten Sie eine Kopie sowie den Postbeleg.

In der Regel ist in Wohnungen kein Mobiliar wie Tische, Stühle oder Betten vorhanden. Mieterinnen und Mieter bringen die Möbel selber mit. In der Wohnung befindet sich jedoch eine Küche, meist mit Herdplatte, Kühlschrank und Backofen. Pfannen und weitere Kochutensilien sind nicht vorhanden.  

Eine Ausnahme sind explizit möblierte Wohnungen oder Zimmer. Diese Angebote sind oft befristet. 

Gegenstände für die Einrichtung, wie Möbel, Teller etc. finden Sie günstig in Brockenhäuser.  

Die Sozialhilfe übernimmt ebenfalls Kosten für die Erstausstattung. Voraussetzung ist, dass die Möblierung einfach, notwendig und zweckmässig ist. Zudem müssen Sie einen Antrag stellen. Informieren Sie sich über die maximalen Kosten und behalten Sie die Quittungen.

Kontaktieren Sie sofort den Sozialdienst und weisen Sie auf die Dringlichkeit der Überweisung hin. Wenn Sie als Mieterin oder Mieter bezahlen sollen und Mahnungen erhalten, haften Sie und allfällige Betreibungen laufen auf Ihren Namen.